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Warten lernen

Muss ein Baby Warten lernen? Meine Freundin hat mich darauf hingewiesen, dass es langsam an der Zeit ist, nicht immer gleich auf Paul’s Rufen zu reagieren, da er sonst nicht lernt auch mal zu warten und ich ihn zu sehr verwöhne. Muss mein fünfmonatiger Sohn lernen sich zu gedulden?

Ein Kind sollte im ersten Jahr nicht zum „Warten können“ erzogen werden, denn es kann das nicht verstehen. Was es lernen würde wäre, wenn niemand kommt brauche ich auch nicht zu rufen – und dabei entweder langsam resignieren oder immer lauter werden, bis es aufgibt. Ein Kind, das aufgegeben hat, wird in seinen Forderungen leiser werden, dadurch entsteht oft der Eindruck, dass es gelernt hat zu warten.

Ein möglichst baldiges Eingehen auf die Bedürfnisse des Babys stärkt sein Selbstwertgefühl, es fühlt sich angenommen, wertgeschätzt und sicher. Sein Vertrauen in die Eltern und sich selbst wird weiter vertieft. Wenn es in dem Moment gar nicht anders geht, z.B. ihr Baby weint, sie sich aber dringend um das Geschwisterkind oder sich selbst kümmern müssen und nicht sofort stillen oder das Baby auf den Arm nehmen können, dann hilft es ihm, wenn es ihre beruhigende Stimme hört. Es befriedigt zwar nicht sein Bedürfnis und sollte bei kleinen Babys nicht oft vorkommen, aber es fühlt sich gehört. Warten lernen kann es dadurch trotzdem nicht. Das Verständnis für Zeit können Kinder lange nicht richtig einordnen. Sie entwickeln erst nach und nach ein Verständnis für Zeitabläufe. Kleinkinder verstehen es irgendwann, wenn die Eltern sagen Sobald wir fertig sind mit den Tischdecken können wir essen und sie entdecken auch am Verhalten der Erwachsenen, dass es manchmal schnell gehen muss. Die Zeit zu messen lernen Kinder erst sicher mit Eintritt ins Schulalter.